Es gibt kaum einen Hobbygärtner, der sie nicht mag: die Clematis, zu deutsch Waldrebe. Durch intensive Züchtung sind im Lauf der Zeit unzählige Sorten in den verschiedensten Farben und Farbkombinationen entstanden. Neben den Klettersträuchern gibt es auch verschiedene Arten der Stauden-Clematis, die allerdings hauptsächlich unter Liebhabern bekannt sind.

Ob Stauden oder Klettersträucher: Alle Clematis lassen sich durch Ableger sehr leicht vermehren – und zwar rund ums Jahr. Selbst im Winter können Sie die Triebe ablegen, sofern der Boden frostfrei ist. Alles, was Sie für die Vermehrung brauchen, sind eine Clematis als Mutterpflanze, ein scharfes Messer, ein Bambusstab, ein Spaten und ein bisschen Geduld.

Suchen Sie einen kräftigen, nicht zu alten Clematis-Trieb aus und lösen Sie diesen falls nötig von der Rankhilfe. Befüllen Sie anschließend einen Blumentopf bis zum Rand mit Anzuchterde und senken Sie ihn in Reichweite des Triebs ebenerdig in den Boden ein. Graben Sie den Clematis-Trieb nun flach in Anzuchterde ein und fixieren Sie ihn mit einem Metallhaken, zum Beispiel einem Zelthering. Wenn sich in diesem Bereich noch Blätter befinden, müssen Sie diese zuvor entfernen. Die Blätter sollten nicht mit der Erde in Berührung kommen, da sie sonst leicht zu faulen beginnen. Leiten Sie das Ende des abgelegten Triebs mit einem dünnen Bambusstab nach oben, damit die Jungpflanze später gerade hochwächst. Wichtig: Achten Sie nach dem Ablegen darauf, dass die Anzuchterde im Topf nicht austrocknet.

Lassen Sie den abgelegten Clematis-Trieb am besten bis zum nächsten Frühjahr an der Mutterpflanze – erst dann können Sie sicher sein, dass die abgelegte Jungpflanze genügend eigene Wurzeln gebildet hat. Um das zu testen, sollten Sie den Erdballen vorsichtig aus dem Topf nehmen: Ist er gut durchwurzelt, trennen Sie mit einer Gartenschere die Verbindung zur Mutterpflanze. Die junge Clematis können Sie entweder für ein Jahr im Topf weiterkultivieren oder direkt an die vorgesehene Stelle in den Garten pflanzen. In den ersten Wochen sollten Sie die Pflanze gut feucht halten. Außerdem empfieht es sich, die Spitze zu kappen, damit die neue Clematis sich von unten gut verzweigt.

Clematis durch Stecklinge vermehren

Clematis lassen sich aber nicht nur durch Ableger, sondern auch ganz einfach durch Stecklinge vermehren. Als Hobbygärtner können Sie mit dieser Methode vor allem kleinblumige Arten wie Clematis viticella, Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis montana sowie Clematis texensis vermehren. Um Clematis durch Stecklinge zu vermehren, benötigen Sie lediglich ein scharfes und sauberes Messer, Bewurzelungspulver und etwas Anzuchterde. Außerdem hat sich zum Bewurzeln der Stecklinge ein Mini-Gewächshaus als äußerst zuverlässig erwiesen.

Nehmen Sie einen gesunden Clematistrieb und teilen Sie ihn mit einer Schere in mehrere Teile. Mit einem scharfen Messer wird jedes Teilstück einen halben Zentimeter über einem Blatt abgeschnitten. Etwa drei bis vier Zentimeter darunter setzt man das Messer schräg an, um eine größere Schnittfläche zu bekommen. 

Entfernen Sie nun die äußeren Blätter, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Danach können Sie die Stecklinge in einen Wurzelaktivator (z.B. Neudofix) tauchen und leicht schräg bis zum Blattpaar in mit Aussaaterde befüllte Schalen oder Töpfe drücken.

Zum Schluss werden die Stecklinge vorsichtig angegossen und die Blätter besprüht. Eine Kunststoffhaube sorgt für ein feuchtwarmes Klima. Stellen Sie die Stecklinge hell, aber nicht sonnig bei 20 bis 25 Grad Celsius auf und halten Sie die Erde gleichbleibend feucht. Nach zwei bis vier Wochen bilden sich Wurzeln.

Lavendel schneiden - so geht es richtig

1. Schnitt: früher Hochsommer.

Wir schneiden unseren Lavendel zweimal: direkt nach der Blüte Anfang/Mitte Juli, je nach Klima der Region. Zwischen beginnender Blüte und richtig aufgeblühtem Lavendel vergehen, zwei Wochen. Abermals zwei Wochen später ist er verblüht und kann geschnitten werden. Vielen Menschen blutet dabei das Herz, es ist jedoch sinnvoll, denn für die Insekten ist der Lavendel unergiebig geworden und die Pflanze wird zu einer Nachblüte angeregt. Je früher man den Lavendel zurück schneidet, desto wahrscheinlicher ist es, dass man sich noch einmal an dem Lavendel berauschen kann.

Am besten gleich eine Notiz in den Kalender für Anfang Juli machen!

Bein Hochsommerschnitt wird nur die Blüte bis zum ersten Grün abgenommen (siehe Bilder).

Für die Vitalität: der Septemberschnitt.

Nun ist es Zeit für einen beherzten Rückschnitt, wenn man sich dazu nicht durchringen kann, straft es uns der Lavendel bzw. würde man den Lavendel bestrafen, denn man lässt Ihn sehenden Auges vergreisen. Lavendel ist ein Halbstrauch und seine Stiele verholzen dementsprechend. Er bekommt dicke Zweige, wächst höher und legt sich irgendwann zur Seite. Erschreckte Gärtner beginnen, den Lavendel aufzubinden oder zu stützen. Mit den Lavendelfelder in der Provence haben diese traurigen Gestalten nichts mehr zu tun.

Mitte bis Ende September sollten man sich daher an die Arbeit machen und den Erhaltungsschnitt durchführen. Ein späteres Vorgehen ist nicht anzuraten, da dann der Neuaustrieb zu jung in den Winter ginge und erfrieren würde. Natürlich sollte man dies konsequent jedes Jahr machen und nicht warten bis die Pflanze schon vergreist ist.

Schnitt bei vergreistem Lavendel.

Der mutige Rückschnitt sollte Mitte bis Ende September erfolgen und ja, es braucht Mut. Wenn dies jahrelang nicht gemacht wurde, dann wird es schwierig, dann ist der Lavendel tief unten schon so verkahlt und verholzt, dass er sich schwer tut. Verholzte Triebe bis Bleistiftdicke sollten jedoch kein Problem sein. Hier empfehlen wir learning by doing. Dieses Jahr eine Hälfte runternehmen (ggf. nur ein Drittel) im nächsten Jahr den Rest (zweites Drittel).

Die Pflege nach dem Schnitt.

Die anschließende Pflege von Lavendel ist eine Nichtpflege. Dünger oder extra Wassergaben sind nicht nötig, da Lavendel ein Schwachzerer ist und Nässe gar nicht leiden kann. Lavendel verfault eher, als dass er erfriert. Gießen ist nur wichtig bei der Pflanzung, bis der Lavendel eingewachsen ist.

Der optimale Standort für Lavendel.

Der Standort ist extrem wichtig. Ein Lavendel neben einer Rasenfläche, durch die er zweimal die Woche Wasser von oben bekommt? Bitte nicht, das macht seine Triebe lang, weich, krank, winterschwach. Übrigens passt er auch nicht zur Rose, obwohl es uns unzählige romantische Gartenfotos suggerieren. Die Rose liebt frische und nährstoffreiche Böden – einer der beiden Partner müsste sich also verbiegen – keine gute Basis für eine gelungene Ehe. Dafür ist Lavendel ein heißer Kandidat für andere trockenheitsliebende Hungerkünstler wie Ziest, Artemisien oder Salvien. Aber auch lange Lavendelreihen haben ja ihren ganz eigenen Reiz – insbesondere, wenn sie farblich variieren.

Also: nichts machen. Außer schneiden.